Sinn und Zweck von regelmäßigem Krafttraining

Krafttraining macht stark. Ein positiver Nebeneffekt von Krafttraining: unsere Körperform verändert sich durch Muskelaufbau. Das treibt heutzutage viele Menschen weltweit in die „Muckibude“. Mit Öffnungszeiten von teilweise 24 Std. / Tag kann man sich tagein und tagaus stählern, um an seinem Aussehen zu feilen.

Aussehen ist doch alles, oder etwa nicht?

Ich als Fitnesscoach mit Schwerpunkt medical fitness sehe das etwas anders. Natürlich mag ich definierte Körper und ich liebe das Gefühl nach dem Sport, etwas getan zu haben.
Aus gesundheitlicher Sicht gibt es allerdings wichtigere Gründe für Krafttraining:

  • Knochen werden in ihrer inneren Struktur gestärkt (Osteoporose-Prävention)
  • Bandscheiben werden entlastet (weniger Rückenschmerzen)
  • Knorpel und Bänder des Bewegungsapparates werden besser versorgt
  • Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem werden besser mit Sauerstoff versorgt und dadurch gestärkt
  • Abbau von Übergewicht und damit zusammenhängenden Folgebeschwerden wie Diabetes und Bluthochdruck
  • Verbesserung der Körperhaltung und des Gangbildes
  • Kraftgrundlage für Alltag, Beruf und Sport
  • Entlastung der Hüft-und Kniegelenke
  • Verbesserung der Blutzirkulation im Unterkörper (Verkalkungsprävention)
  • Schutz vor Gefahren im Alltag
  • Flexibilität und Unabhängigkeit bis ins hohe Alter
  • Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Verbesserung des Stoffwechsels

Wie sollte man Krafttraining angehen? Reicht die alltägliche Nutzung unserer Muskulatur durch zB. Treppensteigen oder Einkaufstüten tragen nicht aus, um Muskeln aufzubauen?
Die Antwort ist kurz: Nein.

Unser heutiger Alltag ist geprägt vom Sitzen. Wir sitzen morgens am Frühstückstisch, wer einen Bürojob hat verbringt danach den Großteil des Tages am Schreibtisch, beim Abendessen sitzen wir wieder am Tisch und später dann vor dem Fernseher auf dem Sofa.

Die Distanzen zwischendurch beispielsweise vom Bett zur Toilette, vom Tisch zum Kühlschrank, von zu Hause zur Arbeit, vom Schreibtisch in die Kantine, vom Sofa ins Bett etc. werden immer kürzer bzw. taugen schlicht und ergreifend nicht (auch nicht, wenn man einen Großteil seiner Pflichten bspw. mit dem Fahrrad erledigt), um das muskuläre Defizit auszugleichen.

Dabei ist die Körperhaltung das Problem, denn mit zunehmender Müdigkeit fällt man quasi in sich zusammen. Was passiert? Beispiel Schreibtisch-Job: Man sackt in sich zusammen; dabei zieht die Brustmuskulatur die Schultern nach vorne. Würde man der Halswirbelsäule ihre ergonomische Reaktion gestatten, schaute man dann nach vorne unten.
Damit man aber weiterhin geradeaus schauen kann, muss man den Kopf leicht in den Nacken nehmen. Das Resultat ist eine verstärkte Krümmung der Brustwirbelsäule (Kyphose) mit kompensatorischer Lordose der Halswirbelsäule. Das Ergebnis: Verspannungen im Bereich Nacken und Schultern, die zu Schmerzen führen können bis hin zur Diagnose „Rundrücken“.

Damit aber noch nicht genug, denn der Unterkörper leidet vom vielen Sitzen ebenso! Wer mehrere Stunden pro Tag sitzend verbringt, überdehnt seine Gesäßmuskulatur auf der Körperrückseite, wohingegen die Hüftbeugemuskulatur auf der Vorderseite umgangssprachlich „verkürzt“ . Ergo wir das Aufrichten des Oberkörpers schwierig. Dieses Ungleichgewicht der beiden Muskelgruppen sorgt u.U. ebenfalls für Verspannungen, welche als Folge wieder Rückenschmerzen mit sich bringen können.

„Wer rastet, der rostet“

So oder so: unser Körper ist einfach nicht für´s Sitzen gemacht! Wer man mal überlegt, wie intensiv unsere Vorfahren lange vor unserer Zeit mit der Jagd beschäftigt waren und wie lange sie mitunter ihre Beute jagen, zerlegen und zurück zum Rudel schleppen mussten, der bekommt eine Ahnung davon für welche körperlichen Strapazen unser Bewegungsapparat und auch unser Herz-Kreislaufsystem geschaffen wurden.

Mein Appell an alle jene, denen ihre Gesundheit am Herzen liegt: Bewegt euch! 2-3x pro Woche 30 Minuten Krafttraining reichen schon aus, um sein Wohlbefinden zu erhöhen, seine Fitness zu fördern und seinen Bewegungsapparat zu stärken und zu schützen. Dabei muss man nicht gleich ins Fitnessstudio gehen, sondern kann sich genauso gut zu Hause betätigen.

Preisgünstige Kleingeräte wie Kurzhanteln oder Gewichts-Manschetten, Gymnastikbänder, Bälle etc. wären optimal; diverse Haushaltsgegenstände eignen sich allerdings auch prima zum Training. Wer sich nicht motivieren kann, hat vielleicht eine/n gleichgesinnte/n Freund/in oder ähnliches oder lässt sich aber einen Trainingsplan von einem Coach schreiben.

Trainingspläne sind nicht nur für Ausdauersportler wie Triathleten oder Marathonläufer gedacht, sondern bieten sich ebenfalls für all jene an, die mit System und Struktur fitter und gesünder leben wollen. Eine individuelle Betreuung ist dabei nur einer von mehreren Vorzügen.

Gerne stehe ich für ein kostenloses Beratungsgespräch zur Verfügung.