Eine gut ausgeprägte und leistungsstarke Körpermitte bildet das Kraftzentrum des Menschen. Alle komplexen Bewegungsabläufe resultieren auf einem Kraftpotenzial, das in der Körpermitte liegt. Insbesondere beim Heben schwerer Gewichte und beim Tragen hoher Lasten kommt der Rumpfbereich des menschlichen Körpers zum Einsatz.

Dabei dient vor allem die Muskulatur des unteren Rückenbereichs, dem sog. „Rückenstrecker“ (links und rechts neben der Wirbelsäule gelegen) als Stabilisator. Sie sollte daher unbedingt trainiert sein. Sie sorgt dafür, dass wir aufrecht gehen können und schützt zugleich die Wirbelsäule und unsere Bandscheiben.

Warum müssen Bandscheiben geschützt werden?

Um zu verstehen, wie Bandscheiben funktionieren muss man sich zunächst die Wirbelsäule (WS) ansehen. Diese besteht aus 32-34 Wirbeln, unterteilt in Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS), Lendenwirbelsäule (LWS), Kreuz- und Steißbein.

Die einzelnen Abschnitte der WS sind unterschiedlich geformt. Dies ist sehr gut zu erkennen, wenn man sich das menschliche Skelett einmal im Profil anschaut: Man spricht von einer doppelt S-förmigen Krümmung. Der Zweck dieser Krümmung liegt im Abfangen von Stößen und Erschütterungen und um diese auf alle Bereiche verteilen zu können.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
– Arthur Schopenhauer

Die Bandscheiben bestehen aus Bindegewebe, das einen festen aber auch gleichzeitig elastischen äußeren Ring aufweist und einem weichen, inneren Kern. Jeweils 2 Wirbel sind durch eine Bandscheibe miteinander verbunden (Ausnahme: Erster und zweiter HW + Kreuz-und Steißbein).

Mit zunehmendem Alter leiden immer mehr Menschen unter Bandscheibenproblemen. Das Alter der Betroffenen liegt im Durchschnitt zwischen 45 und 55 Jahren. Besonders betroffen ist dabei die LWS. Warum ist das so?

Die LWS muss einen verhältnismäßig hohen Anteil des Körpergewichtes tragen, weshalb es hier besonders häufig zu Verschleißerscheinungen (z.B. Bandscheibenschäden, Abnutzung der Wirbelgelenke etc.) kommt.

Bandscheibenschäden (Vorwölbung/ Vorfall/ Sequester) werden oft durch Fehl- oder Überbelastug der WS ausgelöst, z.B. beim Heben schwerer Gegenstände mit vornübergebeugtem Oberkörper. Dabei schiebt sich der Bandscheibenkern nämlich in Richtung Rückenmarkskanal und kann auf das umliegende Nervengewebe drücken.

Neben Fehl- oder Überbelastung können auch altersbedingte Verschleißerscheinungen, Übergewicht und eine zu wenig trainierte Muskulatur (Rücken, Bauch, Gesäß und Beine) Bandscheibenschäden begünstigen. Außerdem kann eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr (zur Regeneration der Bandscheiben nötig) eine Rolle spielen. Unfälle führen eher selten zu einem Bandscheibenschaden.

Was kann man also präventiv tun, um Bandscheibenschäden vorzubeugen?

Kräftigung der Muskeln von Rücken, Bauch, Gesäß und Beine. Diese bilden den Rumpf und damit das Kraftzentrum des Menschen. Wenn man möglichst lange ohne Rückenprobleme auskommen möchte, kann man mit dem Training gar nicht früh anfangen. Dabei kommt es nicht auf stundenlanges und übermäßiges Training in Fitnessclubs an. 10 Minuten am Tag können schon reichen.

  • Ausreichend Bewegung
  • Regelmäßige Entlastungsphasen
  • Allgemeine Hinweise für den Alltag

Was tun, wenn ein Bandscheibenschaden bereits vorliegt?

Liegt durch den Schaden kein akuter Notfall vor (z.B. Lähmungserscheinungen) kann mit konservativen Therapieformen behandelt werden:

  • Phasenweise Ruhigstellung der WS
  • Traktionen
  • Kurzfristige Einnahme von Schmerzmitteln zur Muskelentspannung
  • Und natürlich: Kräftigung der Rumpfmuskulatur!!!

Bei Fragen zum Thema und speziellen Rückenübungen bin ich gerne behilflich!

Auf einen möglichst lange, gesunden Rücken.